Fragen:
Wie steht die WGH Haltern am See zum Ausbau der Stadtmühlenbucht?
Wie sollen und können in Haltern am See die erneuerbaren Energien vorangebracht werden?
Das Verkehrsaufkommen in Haltern steigt. Viele Autofahrer wählen Schleichwege durch Wohngebiete. Wie wollen Sie das Problem lösen?
Wo sollen neue Gewerbeflächen entstehen – in der freien Landschaft oder auf alten Brachflächen, z.B. südlich des Bahnhofs?
Halten Sie das derzeitige Angebot in der Jugendarbeit und für junge Erwachsene für ausreichend?

(Hinweis: max. 1000 Zeichen je Antwort)


Antworten der WGH:

Zu Frage 1)
Die Umgestaltung der Stadtmühlenbucht im Rahmen des 2Stromlandes, sowie die Erneuerung des abgebrannten Bootshauses, werden in der Bevölkerung kontrovers diskutiert. Die zwingend notwendige Verlegung des Parkplatzes aus dem Wasserschutzgebiet und die erforderliche Erneuerung der Straße würden ohne dieses Projekt für unsere Stadt jedoch erheblich teurer. Die WGH begrüßt daher einen verträglichen Ausbau der Stadtmühlenbucht, hält aber die Beteiligung der Bürger bei der Erstellung eines Gesamtkonzeptes für sinnvoll. Das könnte bedeuten, dass Planungen aus dem Projekt 2Stromland noch modifiziert werden müssen.
Hierzu hat es bereits einige positive Anregungen von Bürgern gegeben, die jedoch nach unserem Wissensstand weder gesammelt noch ausgewertet wurden. Die WGH schlägt daher vor, die Kompetenz der Bürger zu nutzen und einen gemeinsamen Ideen-Workshop mit Vertretern aus Verwaltung und Politik durchzuführen. Wir meinen, dies ist die kostengünstigste Art unsere Bürger angemessen zu beteiligen.

Zu Frage 2)
Haltern am See wird geprägt  von einer einzigartigen Kulturlandschaft. Diese dürfen wir nicht durch den ungehemmten Bau von gigantischen Windrädern vernichten. NRW Umweltminister Remmel hat in Haltern Potenzial für bis zu 300 Windräder festgestellt. Es wird  Zeit, sich zu wehren, denn auch unsere Kinder haben ein Recht auf Natur.
Eine Expertenkommission der Bundesregierung hat gerade festgestellt, dass die derzeitige Energiewende ins Nichts führt und noch deutlich höhere Kosten auf uns Bürger zukommen. Umso sinnloser ist es, mit weiteren Windrädern unsere Landschaft zu verschandeln.
Die WGH fordert, aus Respekt vor Mensch und Natur, auf den Bau von Windrädern in Schutz- und Erholungsgebieten zu verzichten. Ebenso ist sie für die Reduzierung der durch große Pestizidmengen belasteten Maisfelder für Biogasanlagen.
Die WGH unterstützt den Ausbau von Solarenergie für den Eigenverbrauch, die Installation von Mikro-Blockheizwerken und die Ausweisung von Baugebieten zur Errichtung von Passivhäusern.

Zu Frage 3)
Bei einer Flächengemeinde wie Haltern am See mit seinen umliegenden Ortsteilen und einem relativ dünnen Netz im öffentlichen Personennahverkehr, bleibt es nicht aus, dass die Mitbürger aus den Ortsteilen mit dem PKW in die Innenstadt fahren. Diesen Verkehr sollte unser Straßennetz auch aufnehmen können.
Anders verhält es sich jedoch bei dem extremen Fahrzeugaufkommen an schönen Wochenenden, wenn tausende von PKW  Ausflugsziele ansteuern.  Hier muss mit gezielten verkehrslenkenden Maßnahmen, wie z. B. zeitweise Sperrung von Straßen und dem Einsatz von Verkehrspolizisten an Schwerpunkt-Kreuzungen reagiert werden. Außerdem muss den Erholungsuchenden aus dem umliegenden Ballungsraum ein verstärkter ÖPNV, bzw. Shuttlebusse  angeboten werden.
Dieses kann allerdings nicht alleinige Aufgabe unserer Stadt sein. Hier muss z.B. die Bezirksregierung mit in die Verantwortung genommen werden. Schon der frühere Regierungspräsident Dr. Twenhöven hatte bei einem Wirtschaftsgespräch Unterstützung zugesagt.

Zu Frage 4)
Die Ansiedlung von Gewerbebetrieben ist für unsere Stadt von herausragender Bedeutung, da nicht nur Arbeitsplätze vor Ort geschaffen werden, sondern Gewerbesteuer-Einnahmen zu einer der Haupt-Einnahmequellen der Kommunen gehört. Wegen unserer ausgedehnten Schutzgebiete ist der Handlungsspielraum jedoch sehr eingeengt. Die Entwicklung von Gewerbeflächen in der freien Landschaft sollte nach Ansicht der WGH nur sehr behutsam und mit Augenmaß vorgenommen werden.
Wir halten es jedoch für richtig und wichtig, den Bereich südlich des Bahnhofes vernünftig zu entwickeln und verkehrstechnisch zu erschließen. Wie von der WGH schon vor Jahren gefordert, z.B. durch den Ausbau der Straße „Zum Ikenkamp“ zu einer Süd-West-Umgehung unserer Innenstadt.
Gleichzeitig werden wir aber zukünftig auch Flächen entlang der L551 oder der Sythener Straße im Bereich der Autobahn-Ausfahrt Lavesum vorhalten müssen, wenn wir auf Ansiedlungswünsche größerer und verkehrsintensiver Betriebe flexibel reagieren wollen.

Zu Frage 5)
Gerade im Bereich Jugendarbeit könnte immer, egal wie die bisherige Ausstattung ist, mehr getan werden. Wir von der WGH halten Prävention für ganz wichtig, denn erwiesenermaßen können dadurch viele Probleme, aber vor allem auch größere Kosten vermieden werden.
Im Zeichen des Stärkungspaktes sind für die Stadt, da Jugendarbeit eine freiwillige Leistung ist, nur begrenzte  Ausgaben möglich.
Aber müssen wir, gerade in Zeiten leerer Kassen, alles den Behörden überlassen? In unserer Gesellschaft wird üblicherweise gefordert, ohne sich dabei jedoch selbst angesprochen zu fühlen. Warum versuchen wir nicht, Eltern und Kinder, aber vor allem Jugendliche, dazu zu bringen, selbst initiativ zu werden und etwas auf die Beine zu stellen. Wie wir gerade am 1. Mai wieder gesehen haben, sind der Fantasie da keine Grenzen gesetzt. Nicht alles ist umsetzbar, aber ein kleiner Funke kann viel bewirken. Wir von der WGH stehen da gerne unterstützend zur Seite.

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