Zurzeit wird über zwei Ansiedlungsvorhaben von Edeka-Frischemärkten in Haltern am See diskutiert. Für die WGH möchte ich dazu wie folgt Stellung nehmen.
Wir halten das geplante Objekt am Nordwall für völlig überdimensioniert. Sowohl die Gebäudelänge als auch die teilweise volle Dreigeschossigkeit passen nicht in die eher kleinteilige Struktur im Bereich Nordwall /Grabenstiege. Der zu erwartende Verkehr im ohnehin schon schwierigen Bereich Nordwall / Lavesumer Straße wird nicht nur für die Anwohner zu erheblichen Belastungen führen. Aus unserer Sicht wäre daher für diesen Bereich der Innenstadt ein deutlich kleinerer Markt verträglicher.
Das zweite Vorhaben auf dem ehemaligen Old Daddy Gelände findet dagegen unsere volle Unterstützung. Hier verschwindet eine der hässlichsten Brachen unserer Stadt. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Ortsteile Hullern, Flaesheim und Hamm-Bossendorf keine eigenen Lebensmittelgeschäfte haben, bietet sich auch unter diesem Aspekt, eine Chance, die für diese mehr als 6.000 Mitbürger nicht vertan werden darf.
Zudem hat sich dieser Investor bereit erklärt hat, die Verkehrsanbindung der Recklinghäuser Straße wenn es notwendig ist mit einem Kreisverkehr vernünftig zu regeln. Weiterhin bietet er an, bei einem Nichtzustandekommen der großen Lösung am Nordwall, dort einen angemessenen Lebensmittel-Nahversorger als Ersatz für den „kleinen K&K“ zu bauen. Somit verstehen wir die monatelange Trickserei unserer Stadtverwaltung nicht. Im Gegenteil, wir halten die hier praktizierte Hinhaltetaktik für grob fahrlässig gegenüber den Investoren und der Halterner Bevölkerung.
Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die durch die Investition der Hiesgen Grundstücksverwaltungs GbR entstehenden bis zu 100 Arbeitsplätze. Wer diese fahrlässig aufs Spiel setzt, wird sich dafür am Ende verantworten müssen.
Die WGH wird sich jedenfalls gemeinsam mit den betroffenen Anwohnern mit aller Kraft für dieses Vorhaben und gegen eine zweite „Muttergottesstiege“ in der Innenstadt einsetzen.
Ludwig Deitermann
WGH-Fraktionsvorsitzender
Kommentar zum Artikel „Grüne gegen XXL-Plan“ vom 30.04.2011 in der Halterner Zeitung
Wie schön, dass nun auch die Grünen erkannt haben, dass sie mit ihrer bisher nahezu uneingeschränkten Zustimmung für das Edeka-Projekt am Nordwall auf dem Holzweg waren. Denn wer konnte schon nachvollziehen, dass die Grünen vor lauter Begeisterung für diese XXL-Lösung jedwede Bedenken und Bürgerinteressen ausgeblendet haben.
Nach der so vollzogenen Kehrtwende sollten die Grünen nun auch konsequenterweise die von der Mehrheit der Bürger, wie auch von der Wählergemeinschaft befürwortete Planung eines Edeka-Marktes auf dem Old-Daddy-Gelände unterstützen.
Dem Bau bzw. der Einrichtung eines Frischemarktes in angemessener Größe im Innenstadtbereich würden wir jederzeit zustimmen.
Marlies Breuer
Ratsmitglied der WGH